Der erholsame Blick an die Wand

Wer kennt das nicht? Man müsste arbeiten….und glotzt an die Wand. Man müsste Sport treiben…und glotzt an die Decke. Man müsste putzen…und glotzt aus dem Fenster.

Man weiß nicht mehr, was man tun müsste, weil man schon so lange an die Wand glotzt, dass man es total vergessen hat.

Man nähert sich in diesen, ich nenne es mal sehr dehnbare 5 Minuten, der Intelligenz eines Kartoffelsalats an und merkt es noch nicht mal. Der Schrecken kommt erst beim Erwachen aus diesem weggetretenen Zustand. Glücklich der, der seine Gesichtszüge währenddessen unter Kontrolle hatte. Das erspart ihm peinliche Klassenfotos, Spott unter Kollegen, erneutes Auffrischen des Make ups oder einfach nur den Verlust der Selbstachtung und des Glaubens an die eigene Schönheit. Wie gesagt, glücklich der, der es kann……ICH kann es NICHT.

Mein Gesicht nimmt in solchen Phasen immer mehr den Ausdruck einer in die Jahre gekommenen deutschen Dogge an. Hängende Lefzen, Unterlider zum Darauf treten und insgesamt mehr Haut als ich in Erinnerung hatte. Der Aspekt der übermäßigen Speichelproduktion sei an dieser Stelle ausgelassen.

Nur gut, dass eine deutsche Dogge der Traumhund meines Ehemannes wäre. Für alle Anderen mit weniger Glück gibt es Camouflage Make up und die Gewissheit, dass solche Momente meistens auch vorüber gehen.

Ich jedenfalls vermeide jede Form von von Glastüren oder Spiegeln gegenüber von Sofas, Betten oder Schreibtischen. Erstens sieht man im Sitzen eh NIE vorteilhaft aus, und zweitens wird einem so der erholsame Blick an die Wand nicht verdorben.

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