Der Akademiker – eine zynische Abhandlung

(Anm.: Ich gehöre selbst zu dieser armen Gruppe, also fühlt euch da draußen nicht angegriffen sondern in Eurem Unileid verstanden 😉 )

 

Der Akademiker an sich ist ein armer Geist. Er ist geerdet durch das Wissen, welches er sich mit post-mortaler Langmut aneignen musste. Seine Worte sind wie Vögel; eingesperrt in spiegelbehangenen Käfigen. Nur Seinesgleichen versteht ihn, wobei Seinesgleichen proportional zu seinem IQ immer öfter nur sein eigenes Spiegelbild ist.

Monatelange Klausur raubte ihm jede Form der sozialen Kompetenz; zumindest solche, welche als gängige Form zu verstehen ist.

Die Gitterstäbe seines Käfigs sind oft selbst gesetzt, manchmal jedoch fremd verschuldet. Sie tragen die Fingerabdrücke von Bürokratie, Geld, Moral, gesellschaftlichen Erwartungen, Politik im Allgemeinen und Hochschulpolitik im Speziellen.

Auch seine Gedanken fliegen nicht mehr frei. Vielleicht umschreiben sie ein sehr großes Oval, so dass keiner die Kreisbewegung bemerkt; bleiben tun sie jedoch stets im Ponyzirkel. Das Universalgenie à la Da Vinci oder Imhotep verdurstet in Deutschland schon im Abitur. Kann im Rahmen einer allg. Hochschulreife mit Fachrichtung ein umfangreiches Allgemeinwissen vermittelt werden?

Der Akademiker von Heute ist ein Sklave seines Fachbereichs. Im besten Falle arbeitet er im Dienste seines an Fachidiotie grenzenden Wissens; sei es um Leben zu retten oder die Forschung voran zu bringen. Im schlimmsten Fall ist er Akademiker, weil seine Eltern ihn schon im Mutterleib mit klassischer Musik erfreut haben um seine Intelligenz zu fördern. Studieren gilt hier als logische Schlussfolgerung eines streng befolgten Erziehungsplans.

Ein Hoch auf die Akademiker von Gestern! ….Und ein „Viel Glück“ für die Revolutionen von Morgen.

 

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